In seiner Formensprache verkörpert der Figurenentwurf von Alexander Amm alles, was die Initiatoren des Bewegungskunstpreises inhaltlich mit der Auszeichnung würdigen möchten: Die Beharrlichkeit aller freien Tanz-, Theater und Performance-Künstler und deren Mut, künstlerische Arbeiten, die ohne oder mit sehr geringer Förderung auskommen müssen, trotzdem einem Publikum zu präsentieren. Sie bilden einen Bereich der Kunst, in dessen Mittelpunkt der Mensch, seine Bewegungen und seine Fähigkeit zum szenischen Verarbeiten stehen. Von Kunstschmied Theo Braun geformt und ins Leben geholt, verdichtet die Preisfigur diese Aussage in einer hochwertigen und ästhetisch anspruchsvollen Arbeit.

Der Bewegungskunstpreis

Idee und Initialzündung für die Auslobung eines jährlichen Kulturpreises kamen von Ronald Schubert, dem Konzeptentwickler und Vorsitzenden des Leipziger Bewegungskunst e.V. und der ehemaligen Geschäftsführerin des Leipziger Anzeigenblatt Verlages (LAV), Helga Pappelbaum. Thomas Jochemko, jetziger Geschäftsführer des LAV, setzt das kulturelle Engagement des Unternehmens kontinuierlich und leidenschaftlich fort. Hinter der Idee steckt das Vorhaben, der freien Leipziger Kulturlandschaft, insbesondere den darstellenden Künsten, einen Glanzpunkt zu verleihen. Die jährliche Verleihung eines Jurypreises honoriert herausragende Leipziger Produktionen aus der jeweiligen Spielzeit.

Seit 2012 steht der Bewegungskunstpreis unter Schirmherrschaft von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Einbezogen werden Produktionen des zeitgenössischen Tanzes, der Performance-Kunst, des Tanztheaters bzw. Theaters. Der Leipziger Bewegungskunstpreis versteht sich als Förderpreis für künftige Inszenierungen. Er ist mit 5.000 Euro eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Darstellende Kunst in Deutschland.

Der Name Bewegungskunstpreis trägt zum einen die Eigenschaft der darstellenden Künste in sich, immer bewegt und oft bewegend zu sein und zum anderen die Bewegung der Kultur durch bürgerschaftliches Engagement zur Förderung des Theaters, des Tanzes und der Performance-Kunst.

Die Leipziger Kulturszene hat viel zu bieten. Es gibt über zahlreiche Initiativen, Vereine, Gruppen, Regisseure/Regisseurinnen und Choreographen/Choreographinnen, die in der nicht öffentlich-rechtlichen (sog. „freien“) Szene agieren. Dass die freie Szene auch als „arme“ Szene bezeichnet werden kann, ist dabei allgemein bekannt. Die sich immer weiter verschärfende Situation schrumpfender öffentlicher Haushalte und damit einhergehende Verteilungskämpfe um den „Kulturkuchen“ lassen die Arbeit für freie Theaterschaffende immer schwerer werden. Zunehmendes privates Engagement ist daher gefragt.

Hauptförderer sind Leipziger Rundschau, Sachsen-Sonntag und deren Kunden. Unterstützt wird die Initiative durch das LOFFT - Das Theater am Lindenauer Markt.

Die Preisfigur

In seiner Formensprache verkörpert der Figurenentwurf von Alexander Amm alles, was die Initiatoren des Bewegungskunstpreises inhaltlich mit der Auszeichnung würdigen möchten: Die Beharrlichkeit aller freien Tanz-, Theater und Performance-Künstler und deren Mut, künstlerische Arbeiten, die ohne oder mit sehr geringer Förderung auskommen müssen, trotzdem einem Publikum zu präsentieren. Sie bilden einen Bereich der Kunst, in dessen Mittelpunkt der Mensch, seine Bewegungen und seine Fähigkeit zum szenischen Verarbeiten stehen. Von Kunstschmied Theo Braun geformt und ins Leben geholt, verdichtet die Preisfigur diese Aussage in einer hochwertigen und ästhetisch anspruchsvollen Arbeit.

Nominierte für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2016

DON Q - Fragmente einer Rittergeschichte

DON Q_1-1

03. Februar 2017, 19.00 Uhr
Vorführung im Anschluss an
die große Festivaleröffnung
> die naTo
> Tickets
> Videotrailer

 

 

 Rico Dietzmeyer mit Theatergruppe DON Q, Leipzig

Auf einem Holzpferd fliegt es sich leicht durch hohe Mondgebirge oder entlang des silbernen Flusses, in dem man die schönsten Elsen von der Welt fängt. In abgelegenen Tälern tänzeln Don Quixote und Sancho Panza gemeinsam durch die Nacht, über Äquatoren und andere Linien, vorbei an der einen Insel, nach der wir uns alle sehnen. Zwischen Grafschaft und Bratwurst, Tugend und Butterkuchen machen sie sich auf, Menschen von Hammeln zu unterscheiden, Riesen die Stirn zu bieten und mit dem Teufel zu spielen. Voran wie ein Blitzstrahl geht es mit Objekten und Masken, fliegenden Schatten und wandernden Lichtern in die staubigen (Klang-)Weiten der Mancha.

Rico Dietzmeyer studiert Theaterwissenschaft im Master an der Uni Leipzig. Sein Theaterregiedebüt gab er an den Cammerspielen mit der Diderot-Bearbeitung DIE [SELBST]NATÜRLICHEN, die den Deutschen Amateurtheaterpreis „amarena 2016“ in der Kategorie Schauspiel gewann. 2016 feierte neben der nominierten Inszenierung DON Q die Voltaire-Bearbeitung CANDIDE ODER DIE LETZTE ALLER MÖGLICHEN WELTEN Premiere.

Akteure Julia Hagen, Philipp Nerlich, David Wolfrum Musik Anselm Vollprecht Regie Rico Dietzmeyer CC Scenario Rico Dietzmeyer Maskenbau Franziska Schubert Ausstattung Lisa-Maria Totzke Foto Joachim Berger Produktion der Cammerspielen Leipzig unterstützt durch das Kulturamt der Stadt Leipzig und das Studentenwerk Leipzig sowie den Fachschaftsräten Philosophie, Theaterwissenschaft, Geschichte Klassische Philologie und Romanistik der Universität Leipzig.

Jurybegründung Hoch poetisch, mit Geschick und Gefühl bringen die drei Darsteller Miguel de Cervantes’ hochkomischen Abgesang der Blechbüchsenkrieger auf die Bühne. Bemerkenswert sind die fein gearbeiteten Masken und Figuren sowie ihre gute Führung. Der originelle Mix aus Puppen- und Sprechtheater fügt die Ritterlyrikfragmente zur ansehnlich wilden Jagd nach Chimären, Windmühlenflügeln und Bratwürsten.

Solo Krause Zwieback: KABASURDES ABRETT KEIL 3. DIE ERWEITERUNG DES LABYRINTHS

03. Februar 2016, 21.30 Uhr
> Schaubühne Lindenfels
> Tickets

 

 

 

 

Wolfgang Krause Zwieback, Leipzig

Eine sinnlich-surreale Erzählperformance mit Live-Zeichnung und musikalischen Welträumen von Shaban.. Dieter Kraft (acc).. Sakady Desna (voice).. … … …

RAY BACK IST EINFACH AUFGEBROCHEN.. VON ZU HAUSE WEG.. WARUM..
DER SEE WOLLTE NICHT ENTEN.. UND SEINE VERFLOSSNE.. ELVIRA TALSPITZ..
MIT IHREN RÖCHELNDEN MÖPSEN STROLCH IWAN UND ROSSETTE LUDI....
DAS WAR EINFACH ZU VIEL... SO WIRD ER ZUM LANDSTREICHER.. FREI..
WIE LANGE HAT ER NICHT MEHR DIE HÜGEL LIEBKOST..... EIN FAHRENDER DIREKTOR
NIMMT IHN MIT IN SEINE FABRIK GRÖßER ALS EIN ZEPPELIN.. 
HIER ÜBERNIMMT RAY DEN AUßENDIENST..

Wolfgang Krause Zwieback Wolfgang Krause Zwieback studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und arbeitet als Regisseur, Autor, Schauspieler, Bühnen-/Kostümbildner und Grafiker. Seit 1978 freischaffend. Solo- und Duo-Abende. Theater-Projekte. Theater für die Sinne. Musiktheater. Oper. Film. Hörspiel. Spezialeinsätze, Performances, Zeichnung, Porträt…

Regie, Bühne, Buch, Spiel  Wolfgang Krause Zwieback Musik Shaban Akkordeon Dieter Kraft Stimme Sakady Desna, Produktion von Wolfgang Krause Zwieback in Kooperation mit Schaubühne Lindenfels

Jurybegründung WKZ ist unbestritten unser Held für Labyrinthe, rätselhaften Wegesystemen aus Gedanken und Worten mit abrupten Richtungswechseln. In seinem Solo "Erweiterung des Labyrinths" verschränkt er synästhetisch und cool Musik von Shaban mit Live Malerei und scharf-poetischen Auftritten seiner Alter Egos. Und dieses Mal verliert er sich nicht, erschafft ein Riesengedicht von Wandern und Arbeiten – ist doch sein bester Dramaturg und im Fokus des Lebens!

THE QUEENG OF AMA*R

02_THE QUEENG OF AMAR

04. Februar 2017
11.00 Uhr
Sonnenaufgangszeremoniell (Eintritt frei, keine Reservierung notwendig)
19.00 Uhr
Sonnenuntergangszeremoniell
> LOFFT – DAS THEATER
> Tickets
> Videotrailer

 

 

Inga Gerner Nielsen & Johannes Maria Schmit, Leipzig/Kopenhagen

Sonnenuntergangszeremoniell
Im Dezember 2015 war die QUEENG OF AMA*R der Stargast im Leipziger Osten, kochte unweit der Eisenbahnstraße Stein zu Gold, Schmutz zu Glitter und Exkrement zu Real Estate. Berichterstattungen über ihre Kompetenz in Sachen Armut füllten die Titelseiten der hiesigen Presse, in interaktiven Performances materialisierte sich unermüdlich der königliche, herm-aphroditische Körper.

Im Leipziger Westen lädt die Hoheit nun zum Sonnenauf- und -untergang seiner selbst. Levée und Couchée ist ein Zeremoniell in Anwesenheit des gesamten Hofes, getreu dem Wahlspruch zeitgenössischer Herrschaft und alchemistischer Vergrößerungskunst: What you lose in quality, you win in quantity.

Bei der Performance im LOFFT handelt es sich um eine Übersetzung der ursprünglichen 1zu1-Situation, der von der Jury nominierten Audienzen des QUEENG im Eisenbahnstraßenviertel Leipzigs.

Sonnenaufgangszeremoniell (öffentliche Probe / Vorbereitung auf das Sonnenuntergangszeremoniell) – Eintritt frei
Im Sonnenaufgangszeremoniell laden die Hofdamen des QUEENGS den Leipziger Hofstaat deshalb ein, jenes Procedere einzuüben, das am Abend zu Ehren der Hoheit aufgeführt wird. Die QUEENG wird bei dieser öffentlichen Probe selbst nicht anwesend sein, gewährt allerdings freien Eintritt am Abend, allerlei partizipative Privilegien, Teile seines Körpers und Dosenchampagner zum Sonnenuntergangszeremoniell.

 

Inga Gerner Nielsen (DK) arbeitet seit 2007 mit dem Genre der intervenierenden Performance Installation. Zusammen mit Johannes Maria Schmit (DE), der als Regisseur am Centraltheater Leipzig engagiert war, entwickelte sie QUEENG OF AMA*R als ortsspezifische Arbeit für das HAL Atelierhaus im Leipziger Osten.


Konzept, Installation und Performance Inga Gerner Nielsen & Johannes Maria Schmit Bühne fürs LOFFT Markus Wagner Produktion von HAL Atelierhaus HAL / help*Residenz / Helden Wider Willen e. V. unterstützt durch die Kulturstiftung des Bundes, Fonds Neue Länder sowie Brother‘s Café und Bäckerei

 

Jurybegründung Diese Audienz für eine Person ist eine ungewöhnliche und nie einseitige Mischung aus absolutistischer Hofhaltung, Performance und Installation. Gemeinsam mit den Performern wartet der Zu-schauer der/dem Queeng von Ama’r, einem königlichen Hermaphroditen zu Besuch in Leipzig-Volkmarsdorf, auf. Die Durchführung des Rituals ist eine Erkundung des Verhältnisses von Luxus, Kunst und Armut. Am Ende findet man sich auf der Straße wieder, zwischen präpotentem Überfluss und schreiender Hartz IV-Armut, unsicher sinnierend über die eigentliche Bedeutung von Reichtum. Ein kluger und ungemein notwendiger Theaterluxus!

Weitere Bewerber 2016

"Sehnsucht Eisenbahnstraße“  -  Diana Wesser

„E | MERGE“  -  Tine Schmidt und Morgan Reid

„BRODSKY“  -  Schau-Ensemble

„Die Legende von Syd O'Noo“  -  Stephane Bittoun & Sebastian Weber

„Die Gräte“  -  Georg Herberger mit Ensemble großstadtKINDER e.V.

„ADOLF SÜDKNECHT – IM KELLER!“  -  Armin Zarbock, Susanne Bolf, August Geyler, Claudius Bruns

„Fjodor Dostojewski: Schuld und Sühne“  -  Armin Zarbock

„Szenen einer Ehe“  -  Christian Hanisch

„ADOLF SÜDKNECHT – DIE SEIFENOPER-IMPROSCHAU!, vierte Staffel, Stunde Null bis Volksaufstand (1945-1953)“  -  Armin Zarbock, Susanne Bolf, August Geyler, Claudius Bruns

„SECRET SECRETS OF THE BEEHIVE - WILLKOMMEN IM SCHWARM“  -  Melanie Albrecht, Jan Brokof, Anne-Sophie Dautz, Rebecca Löffler, Mariana Senne, Helena Wölfl, Michael Wehren

„Female Drama / Soliloqui“ - Lulu Obermayer

„Woyzeck“  -  Olav Amende

„ERKLÄR MIR, INGE. Vorstellungen zu Ingeborg Bachmann“  -  Friederike Köpf

„Paradies – Europa“  -  Inda Buschmann und Alexej Vancl

„ADOLF SÜDKNECHT – KAMPF DER WELTEN!“  -  Armin Zarbock, Elena Lorenzon, August Geyler, Claudius Bruns

„Die sozialistische Nachtigall“  -  Carla Niewöhner

„Aufstand - nach ‚Die Hamletmaschine‘ von Heiner Müller“  -  Beatrice Scharmann

„Zerrissen“  -  Anne Buntemann mit Ensemble großstadtKINDER e.V.