In seiner Formensprache verkörpert der Figurenentwurf von Alexander Amm alles, was die Initiatoren des Bewegungskunstpreises inhaltlich mit der Auszeichnung würdigen möchten: Die Beharrlichkeit aller freien Tanz-, Theater und Performance-Künstler und deren Mut, künstlerische Arbeiten, die ohne oder mit sehr geringer Förderung auskommen müssen, trotzdem einem Publikum zu präsentieren. Sie bilden einen Bereich der Kunst, in dessen Mittelpunkt der Mensch, seine Bewegungen und seine Fähigkeit zum szenischen Verarbeiten stehen. Von Kunstschmied Theo Braun geformt und ins Leben geholt, verdichtet die Preisfigur diese Aussage in einer hochwertigen und ästhetisch anspruchsvollen Arbeit.

Die Preisfigur

In seiner Formensprache verkörpert der Figurenentwurf von Alexander Amm alles, was die Initiatoren des Bewegungskunstpreises inhaltlich mit der Auszeichnung würdigen möchten: Die Beharrlichkeit aller freien Tanz-, Theater und Performance-Künstler und deren Mut, künstlerische Arbeiten, die ohne oder mit sehr geringer Förderung auskommen müssen, trotzdem einem Publikum zu präsentieren. Sie bilden einen Bereich der Kunst, in dessen Mittelpunkt der Mensch, seine Bewegungen und seine Fähigkeit zum szenischen Verarbeiten stehen. Von Kunstschmied Theo Braun geformt und ins Leben geholt, verdichtet die Preisfigur diese Aussage in einer hochwertigen und ästhetisch anspruchsvollen Arbeit.

Der Bewegungskunstpreis

Idee und Initialzündung für die Auslobung eines jährlichen Kulturpreises kamen von Ronald Schubert, dem Konzeptentwickler und Vorsitzenden des Leipziger Bewegungskunst e.V. und der ehemaligen Geschäftsführerin des Leipziger Anzeigenblatt Verlages (LAV), Helga Pappelbaum. Thomas Jochemko, jetziger Geschäftsführer des LAV, setzt das kulturelle Engagement des Unternehmens kontinuierlich und leidenschaftlich fort. Hinter der Idee steckt das Vorhaben, der freien Leipziger Kulturlandschaft, insbesondere den darstellenden Künsten, einen Glanzpunkt zu verleihen. Die jährliche Verleihung eines Jurypreises honoriert herausragende Leipziger Produktionen aus der jeweiligen Spielzeit.

Seit 2012 steht der Bewegungskunstpreis unter Schirmherrschaft von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Einbezogen werden Produktionen des zeitgenössischen Tanzes, der Performance-Kunst, des Tanztheaters bzw. Theaters. Der Leipziger Bewegungskunstpreis versteht sich als Förderpreis für künftige Inszenierungen. Er ist mit 5.000 Euro eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Darstellende Kunst in Deutschland.

Der Name Bewegungskunstpreis trägt zum einen die Eigenschaft der darstellenden Künste in sich, immer bewegt und oft bewegend zu sein und zum anderen die Bewegung der Kultur durch bürgerschaftliches Engagement zur Förderung des Theaters, des Tanzes und der Performance-Kunst.

Die Leipziger Kulturszene hat viel zu bieten. Es gibt über zahlreiche Initiativen, Vereine, Gruppen, Regisseure/Regisseurinnen und Choreographen/Choreographinnen, die in der nicht öffentlich-rechtlichen (sog. „freien“) Szene agieren. Dass die freie Szene auch als „arme“ Szene bezeichnet werden kann, ist dabei allgemein bekannt. Die sich immer weiter verschärfende Situation schrumpfender öffentlicher Haushalte und damit einhergehende Verteilungskämpfe um den „Kulturkuchen“ lassen die Arbeit für freie Theaterschaffende immer schwerer werden. Zunehmendes privates Engagement ist daher gefragt.

Hauptförderer sind Leipziger Rundschau, Sachsen-Sonntag und deren Kunden.

Preisträger 2016

THE QUEENG OF AMA*R

Inga Gerner Nielsen & Johannes Maria Schmit,
Leipzig / Kopenhagen

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Nominierte für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2017

„Am Brühl – Ein Abriss “ von Sascha Schmidt

Am Brühl – Ein Abriss. Foto: Joachim Berger

Foto: Joachim Berger

Als vor zehn Jahren am Leipziger Brühl der Abriss von drei DDR-Plattenbauten begann, tobte in der Stadt eine Diskussion über das Areal und den Umgang mit der Vergangenheit. Der Dokumentarfilmer und Theaterregisseur Sascha Schmidt führte damals mit rund fünfzig ehemaligen Bewohnern und Mitarbeitern des Konsument-Warenhauses – der „Blechbüchse“ – Interviews. In einem dokumentarischen Theaterstück werden diese Stadtgeschichten nun noch einmal betrachtet. Zusammen mit Aufnahmen vom Abriss der Häuser und bisher unveröffentlichtem Filmmaterial erzählt „Am Brühl“ von Wünschen, Hoffnungen und Träumen.

Jurybegründung: „Dieser „Abriss“ ist ein vielschichtiger Blick auf jenes markante Baudenkmal der Leipziger Innenstadt und DDR-Moderne, das einer Shopping Mall weichen musste: die Wohnhochhäuser am Brühl. Die sorgsam gestaltete Sammlung von Videodokumenten und biographischen Splittern taucht ein in die Lebensrealitäten und sozialen Gefüge, die mit dem Abriss der Gebäude verschwunden sind. Das Stück sieht hinter die Architektur. Es bewertet nicht, sondern schafft Erzählungen von Menschen, die heute ins Theater gekommen sind. Und wenn das Saallicht wieder brennt, setzen sich die Erzählungen in den Zuschauerreihen fort. Ein erkenntnisreiches und berührendes Mosaik der Erinnerungen, das unter die Haut geht!“

Eine Koproduktion von Cammerspiele Leipzig e.V. und Kino Datsche e.V.
Schauspiel: Laura Parker und Michael Hecht
Regie: Sascha Schmidt
Bühne & Kostüm: Julia Scheurer
Produktion: Florian Wessels
Kamera: Andreas Mirgel
Digitalisierung: Robert Carlos Ceder
Technische Unterstützung: Filmaton / Tobias Krettek

„Candide oder Die letzte aller möglichen Welten“ von Rico Dietzmeyer

Candide oder Die letzte aller möglichen Welten. Foto: Anne Schädel

Foto: Anne Schädel

„Das Leben ist das pure Glück! Man sollte den ganzen Tag nur tanzen!“, so erscheint es zumindest Candide auf Thunder-then-tronck, der besten aller möglichen Welten. Doch schnell muss der naive und illegitime Neffe des Barons feststellen, dass das Leben nicht nur einfach ist. Der Krieg überrollt das Schloss, die Hofgesellschaft wird zerhackt und Candide muss fliehen. So beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise durch die unterschiedlichsten Utopien und Vorstellungen von Glückseligkeit. Sie landen als Flüchtlinge in Lissabon, werden als Fremde für die dortigen Katastrophen verantwortlich gemacht und sollen zur Prävention hingerichtet werden. Schließlich gelingt ihnen die Flucht nach Eldorado…
An seiner Seite, wenn auch widerwillig, sein Diener Cacambo, der das alles ganz anders sieht.

Das Stück verdreht die satirische Novelle von Docteur Ralph alias Voltaire, lässt sich von Bernsteins Operette inspirieren und stellt die Frage in den Raum, ob das absurde Ineinander aktueller wie vergangener Lebensphilosophien Ursache dafür sein könnte, dass unsere vielleicht die letzte aller möglichen Welten ist?

Jurybegründung: „Voltaires Satire haben Rico Dietzmeyer und Sara Neueder mutig zusammengestrichen und mit eigener Wortakrobatik angereichert. Exakt sind die Treffer gesetzt, Timing und Dramaturgie stimmen. Beherzt werfen sich Darsteller in ihre grotesk überzeichneten Rollen, die alle eine mimisch-gestische Macke haben. Voll auf Körperlichkeit setzt die ganze Inszenierung, die in ihrer Expressivität nichts Geringeres will, als die alte Wanderkomödientradition wiederzubeleben.“

Produktion: Cammerspiele Leipzig e.V.
Spielleitung und Projektleitung: Rico Dietzmeyer und Dorothea Wagner
Textfassung: Rico Dietzmeyer und Sina Neueder
Bühne und Ausstattung: Lisa-Maria Totzke
Kostüme: Henrike Katharina Fischer
Kostümassistenz: Margarete Kiss
Dramaturgie: Sina Neueder
Assistenz: Martin Philipp Graf
Musik: Lothar Hansen (LOT), Carolin Greiner
Grafikdesign: Matti Vandersee

„Wonderwomen“ von Melanie Lane

Wonderwomen. Foto: Hannes Kempert

Foto: Hannes Kempert

Die Tanzperformance der Choreographin Melanie Lane stellt die Begegnung der weiblichen Bodybuilderinnen Rosie Harte und Nathalie Schmidt im Kontext einer Performance dar. Zwei Frauen werfen einen Blick auf ihre höchst anspruchsvolle Sportart, welche Körper sowohl verstärkt als auch transformiert. Im Streben nach einer ultimativen physischen Form, transformieren die Frauen ihre gut ausgebildeten Körper und ihr Potenzial in eine neue Bewegungssprache. Als Dialog zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit, Repräsentation und Transformation ist Wonderwomen der Versuch, den weiblichen Körper neu zu entdecken, erfinden und behaupten.

Das Projekt „Wonderwomen“ basiert auf der intensiven Zusammenarbeit der Choreographin Melanie Lane mit den zwei Bodybuilderinnen und der Erforschung ihres komplexen Universums. Die kraftvollen Frauen haben Melanie Lane dazu inspiriert, einen Raum zu schaffen, in welchem sie ihre – die gesellschaftlich bedingten Ideale des weiblichen Körpers herausfordernde – körperliche Praxis entfalten können. „Wonderwomen“ bietet die seltene Gelegenheit einen Einblick in diesen umstrittenen Beruf zu bekommen, welcher weitgehend von der Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. Das Projekt untersucht die Körper dieser Frauen hinsichtlich der Darstellung von Weiblich- und Männlichkeit, Macht, Verletzlichkeit, Widerstand und des Übernatürlichen. „Wonderwomen“ stellt eine körperliche Untersuchung dar, die indirekt jene auf dem transformierten weiblichen Körper basierenden sozialen Ideen in Frage stellt.

Jurybegründung: „Ein Stück, in mehrfacher Hinsicht abseits der Konfektionsgrößen des Üblichen. Gerade auch im Tanz. In „Wonderwomen“ setzt die australisch stämmige Choreografin Melanie Lane mit Rosie Harte und Natalie Schmidt zwei professionelle Bodybuilderinnen in Szene. Und das – und die Gefahr bestand durchaus – ohne ins Spekulative zu kippen, ohne diese Frauen vorzuführen und ohne sich ästhetisch auszuruhen, am fraglos auch ambivalent faszinierenden Körpererscheinungs-Bild der Performerinnen. Eine Inszenierung, die Bodybuilding jenseits des Sportiven als eine Kunst begreift, die die konsequente Ausformulierung des Körperlichen und seiner Wahrnehmungsraster zelebriert. Eine Choreografie als Exkurs über Körper-Optimierung und -ästhetisierung, Modifikation und Stilisierung, Kraft und Anmut- und darüber hinaus, eine den Blickwinkel weitende Meditation über die Wahrnehmung dessen, was per gesellschaftlicher Zu- und Festschreibung als „weiblich“ gilt.“

Produziert von Melanie Lane in Koproduktion mit dem LOFFT – DAS THEATER  und HAU – Hebbel am Ufer
Konzept und Choreographie: Melanie Lane
Performance: Rosie Harte and Nathalie Schmidt
Lichtdesign: Fabian Blesich
Sounddesign: Clark
Bühnenbild: Robert Bartholot
Dramaturgie: Frances d‘Ath
Choreographische Assistenz: Florian Bücking
Produktionsleitung: M.i.C.A.

Weitere Bewerber 2017

Blondi oder die sexuellen Neurosen der Eva Braun

Wer war Eva Braun? Und wen interessiert das überhaupt? Die verheimlichte Geliebte Hitlers? Ein Mädchen ihrer Zeit? Wenig ist bekannt über sie und doch weiß jeder ihren Namen einzuordnen. Aber was würde eine Frau wie sie über die Liebe erzählen? Und was sind das für Frauen, die Diktatoren lieben?

Getrieben von der Hingabe zu ihrem geliebten „Führer“ erduldet sie jegliche Zurückweisung. Mit Suizidversuchen erkauft sie sich seine Zuneigung und bleibt bis zu ihrem endgültigen Selbstmord an seiner Seite innerlich zerrissen. Nach außen wahrt sie stets den Schein; unbeeindruckt von den Ereignissen ihrer Zeit.

Nach innen glaubt sie fest daran, die erste Frau im Staat zu werden; immer in hemmungsloser Eifersucht gegenüber Blondi, dem treuen Freund an der Seite des „Führers“.

Danilo Riedl entwirft eine Inszenierung, die das Leben der Eva Braun skizziert und gleichzeitig die extreme Liebesbeziehung einer Frau ergründet: durchdrungen von ihren unerfüllten sexuellen Begierden, berauscht von der Macht eines Mannes und treu bis hin zur Selbstaufgabe. Wer war Eva Braun? Eine moderne Stalkerin? Ein „schwaches“ Weib? Ein Mädchen ihrer Zeit, im Gestern und Heute…

Beteiligte: Es spielt: Victoria Schaetzle
Am Klavier: Charlie Paschen
Regie: Danilo Riedl
Regieassistenz: Lisa Schulze
Ausstattung: Jana Lippert

Foto: Anne Schädel

Schrebers Visionen

In unserem neuen Stück Schrebers Visionen beschäftigen wir uns mit dem Leben und Wirken von Daniel Gottlob Moritz Schreber, dem Namensgeber für die beliebten Schrebergärten. Seine medizinischen Schriften und Ratgeber zur Kindererziehung waren zwar revolutionär für die damalige Zeit des 19. Jahrhunderts, sind aber für uns aus heutiger Sicht fanatisch einschränkende Erziehungsmethoden. In seinen Werken, wie "Erziehung zur Schönheit durch naturgetreue und gleichmäßige Förderung normaler Körperbildung […]" wird Schrebers gradlinige geordnete Vorstellung von der Gesellschaft deutlich, welche sich auch in der Struktur der Kleingärten widerspiegelt.


In einem Rundgang durch die Kleingartenanlage des Kleingärtnermuseums und des Vereins Dr. Schreber erlebt das Publikum in den einzelnen Parzellen Aspekte des schreberschen Familienlebens, Auseinandersetzungen mit seiner Philosophie sowie aktuelle Tendenzen im Umgang mit gesellschaftlichen Normen. Zwischen Idylle und Skurrilität wechseln die geschaffenen Situationen stetig und sollen die ZuschauerInnen mit unterschiedlichen Eindrücken und Fragen in die Sommernacht entlassen.

Produktion und Choreographie: urban collective (Ronny Hoffmann, Ramona Lübke, Claire Wolff, Anja Dietzmann)
Dramaturgie/ Text: Damian Popp
Tanz: Ronny Hoffmann, Ramona Lübke, Claire Wolff, Anja Dietzmann und Lilian Mosquera (Gast)
Schauspiel: Ingeborg Wolff und Jonathan Strotbek (Puppenspiel)
Gesang: Paula Rohde
Musik: Hansi Noack (Violine), Damian Popp (Schlagzeug)
Kostümbild: Marianne Heide
Bühnenbild: Robert Schiller
Licht, Video, Ton: Thomas Achtner, Rene Heinrich

Foto: Benjamin Streitz

Landschaft mit Königstöchtern - Medea, Pocahontas und die anderen

„Es staunt die Tochter Agenors, dass er so herrlich erscheint und nichts Feindseliges vornimmt. … Schon wagt die erhabene Jungfrau, dem Stier auf dem Rücken zu sitzen. … Und es flattern, gewölbt vom Winde, die Kleider.“ (Ovid, Metamorphosen)

Man muss nicht Ovid gelesen haben, um jenem Stier zu begegnen, in den sich Zeus verwandelt hat. In dessen Gestalt er die phönizische Königstochter Europa nach Kreta entführt, sie vergewaltigt und mit ihr den bedeutenden König Minos zeugt. Wir treffen den Stier heute in Straßburg vor dem Europäischen Parlament, finden ihn im Portemonnaie als 2-Euro-Münze oder auf einem Trip ins kunsthistorische Museum. Unreflektiert wird so die Geschichte der Namensgeberin unseres Kontinents zum beliebten Fotomotiv einer verspielt klingenden Erzählung aus der Wiege unserer abendländischen Kultur.

Seit 4000 Jahren werden die antiken Mythen tradiert, konsumiert und bis in die Gegenwart fortgeschrieben, als erotische Geschichten, erhabene Gesänge, großes Theater einer Hochkultur, salon- und schlafzimmertauglich. Nur zaghaft hebt sich hin und wieder der Vorhang für eine kritische Kultur- und Geschichtsbetrachtung. Dabei zeigen unsere Mythen, die nicht klar von der Realgeschichte zu trennen sind, erstaunliche Parallelen auch zu späteren Akten von Landraub und Kolonialismus.

Inspiriert von dem „Buch der Königstöchter“ des Kulturkritikers Klaus Theweleit nehmen wir einen diskursiven Blickwinkel ein. Verharmlost als göttlicher Wille eines Zeus, Poseidon oder Apollon, kann man hinter dem Raub einer Helena die Verschleierung kolonialer Landnahme und die Auslöschung anderer Kulturen lesen – ausgeführt über die Körper von Frauen. Frauen, die eine ambivalente Rolle zwischen Opfer, Helferin und Verräterin einnehmen – in den Erzählungen aus der Perspektive der Sieger.

Regie: René Reinhardt
Bühne, Kostüm: Elisabeth Schiller-Witzmann
Spiel: Johannes Gabriel, David Jeker, Laila Nielsen, Mario Rothe-Frese, Anka Liebe (als Gast), Verena Noll (als Gast)
Dramaturgie: Friederike Köpf
Regie-, Dramaturgiehospitanz: Katherin Bryla
Video, Sound: Gábor Hollós
Technik: Jan Ehrlich

Foto: Gábor Hóllos

AtomHeartMother

Ist Fukushima das Paradies? Dort leben verwilderte Kühe frei vom ökonomischen Verwertungsprozess – und sie wissen es nicht einmal. Werden wir wie sie, werden wir alle Kuhzilla? Fukushima ist Hotspot des Dark-Tourismus. Werden die Touristen durch die Strahlung angezogen? Auch Dunkelheit verbreitet sich mit Lichtgeschwindigkeit.
In AtomHeartMother stehen die japanische Performance-Gruppe Futome und die Tanztheater-Compagnie bodytalk vor einem großen Dilemma: Einerseits wird propagiert, Lebensmittel der Region zu bevorzugen, andererseits gibt es dort, naja, Probleme ... mit der wohl vegansten Energietechnologie überhaupt.
In der Aufführung wird das Publikum mit regionalen Spezialitäten japanischer Kochkunst verköstigt und erlebt eine Live-Schaltung nach Fukushima incl. Licht-Transfer von dort direkt auf die Bühne im LOFFT: Dann sehen wir den Tunnel am Ende des Lichts. It's safe!

bodytalk realisiert mit wechselnden Partnern Stückentwicklungen als Tanztheater mit Live-Musik. Ausgangspunkt ist jeweils die Frage: Was passiert, wenn Tanz und Realität zusammenstoßen? - bodytalk sind Stadtstreicher, in drei Städten wurden ihre Produktionen mit Preisen ausgezeichnet:
Bremer Autoren- und Produzentenpreis für Ich bin ein Antifant, Madame
Kölner Tanztheaterpreis für JEWROPE (Koproduktion mit dem Polnischen Tanztheater)
Leipziger Bewegungskunstpreis für Zig Leiber - Oi Division (Koproduktion mit LOFFT.Leipzig)

Von Yoshiko Waki und Rolf Baumgart
Von und mit Charlotte Goesaert | Eiji Takeda | Emi Tetsuda | Kaoru Norimatsu | Seung Hwan Lee | Lukas Zerbst | Carlos Alberto Szappanos | Hannah C. Landes | Thomas Achtner | Jennifer Peterson

Foto: Thomas Puschmann

Eva und Adam

Gott hat seit einiger Zeit Schwächeanfälle. Die Erzengel und Jesus vermuten eine Depression und machen sich Sorgen um den heiligen Vater. Die Päpste haben die Macht an sich gerissen und den Himmel in einen Aktienkonzern umgewandelt. Zu allem Übel wird durch eine List von Judas aufgedeckt, dass Adam den Apfel gegessen hat und nicht Eva. Es kommt zum Streit. Dieser eskaliert und mündet in eine wilde Schlägerei, in der versehentlich die zweite Sintflut ausgelöst wird, die vertanzt wird. Der komplette Himmel steht Kopf und es wird händeringend nach einer Lösung für das Problem gesucht. Die Lage spitzt sich derart zu, dass das Überleben der Menscheit und damit auch der Fortbestand des Himmels, in den Händen des Militärs liegt, denn die einzigen Überlebenden der Sintflut sind zwei Flugzeugträger samt ihrer Besatzungen. Die Päpste und Judas initiieren zu allem Überfluss noch eine Wette, in der es darum geht, welcher der beiden Flugzeugträger gewinnt.

il comico ist ein 2015 gegründetes Ensemble aus bekannten und langjährig aktiven Leipziger Schauspielern. Im Mai 2015 premierte die erste große Produktion „Vom Unvermögen des Theaters sich selbst zu definieren“ im UT Connewitz. Unser Anspruch ist es, die Leipziger Theaterszene langfristig spielfreudig und qualitativ zu bereichern. Die Mitglieder des Ensembles sind entweder ausgebildete Schauspieler, oder schon weit über zehn Jahre im Schauspiel aktiv.

Spieler: Anne Rab, Alexander Fabisch, August Geyler, Markus Reichenbach, Paul Becker, Katja Fischer, Lisa Oltsch, Peter Zahn, Oliver Müller
Regie: Falko Köpp
Assistenz: Julia Natke
Video: Vlad Leydermann
Ton: Matthias Fischer

Foto: Silvana Kuhnert

My Body is the Field for Tomorrow's Battles

Die Idee eines optimalen Körpers definiert sich über sein Aussehen: Schlank, muskulös und gebräunt, das sind die wesentlichen Merkmale dominanter Körperbilder. Eine gezielte Inszenierung des Körpers nach prominenten Vorbildern ist nichts Neues, doch ihr gesellschaftlicher Stellenwert hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Welche Ideale verbergen sich hinter populären Fitness-Programmen? Wofür werden die Körper trainiert, jenseits ihres Aussehens? Die gesellschaftlichen Erwartungen, vor deren Hintergrund sich diese Praktiken etablieren können, folgen einer absurden Logik der Optimierung: Es ist ein sich selbst bejahendes System, das Training um des Aussehen willens, denn es geht immer besser, weiter, höher, schneller. Körperliches Training hat eine soziopolitische Dimension und es ist unsere These, dass die Armee disziplinierter, starker und ausdauernder Körper, die heutige Fitness-Programme hervorbringen, einer körperliche Re-Militarisierung der Gesellschaft gleicht. Es ist das Ziel dieses Projekts, die gesellschaftspolitischen Dimensionen dieser Trainingsformen wieder 'in den Körper zu holen', indem wir auf der Bühne untersuchen, welche Implikationen sie jenseits einer vordergründigen Formung des Körpers haben. Selbstermächtigung? Oder neoliberale Ideologie mit fragwürdigen politischen Implikationen? Eine Armee durchtrainierter Frauen, die bereit sind, ihre Körper einzusetzen aber nicht genau wissen, wofür, wird auf der Bühne um die Antwort auf diese Fragen kämpfen.

Konzept und Realisierung: Rose Beermann
Künstlerische Mitarbeit: Juli Reinartz
Von und mit: Lisen Ellard, Annegret Schalke, Melody Panosian, Lea Kieffer
Bühne und Kostüm: Arnita Jaunsubrna
Sounddesign: Malu Peeters
Beratung Lichtdesign: Dirk Lutz
Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro

Foto: Stefanie Kulisch

Der Stich

Der Stich, ausgeführt vom gleichnamigen Waffenträger wirkt tödlich, die Spitze seines Degens dringt in die fremde Haut des Gegners und befördert diesen in die ewigen Jagdgründe. Wahrheit oder Einbildung? Vielleicht ein Traum? Können wir uns auf unsere Augen und Ohren verlassen?
Der Titel des Stückes markiert einen empfindungsreichen Moment im Leben des Goetheschen Faust, dessen Text aus der Tragödie erster Teil munter verkürzt, mit Fremdbeiträgen und Musik verziert, dem Zuschauer von dreizehn jugendlichen Darstellern auf unübliche Art serviert wird. Dabei wird auf die Einzigartigkeit des Werkes von Goethe nicht verzichtet, schon gar nicht auf die intellektuelle Schärfe und die philosophische Tiefe. Liebe, Sex und Drogen, Geburt und Tod, Lug und Trug, Gewalt und Mord, werden ebenfalls nicht ausgespart. Der Humor begleitet das ganze Theaterprojekt, zwischendurch auch mal bitter.

»Von Faust geträumt mag der eine oder andere Oberstufenschüler schon haben, wohl aber noch nie so lustvoll spielerisch wie „Stich“ in der neuen Inszenierung des Theatriums. … Auf der fast leeren Bühne im mystisch vernebelten Saal stürzen sich die jungen Spieler mit Lust auf modernes Theater, inklusive absichtlicher Brüche und Übertreibungen. Es knistert ästhetische Lust weit vor Inhaltswille, man wagt sich, auf einige bekannte Zitate zu verzichten, aber dennoch ist der Textremix konsequent komponiert, und „Faust 1“ bleibt nachvollziehbar. Auch die Lust an Sprache bleibt erhalten, der goethesche Reim wird gekaut, bis er süß im Munde liegt. …
Nach dem wilden, einstündigen Ritt decken Gott und Teufel … den schlafenden Stich wieder zu. Ein schöner Traum.« Karsten Kriesel in der LVZ v. 14.3. 2016

Der großstadtKINDER e.V. im Theatrium ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 1996 im größten Neubaugebiet Leipzigs für Kinder ab 8 Jahre und Jugendliche Theaterprojekte anbietet. Pro Jahr arbeiten unter professioneller Anleitung sechs Kinder- und Jugendtheaterprojekte sowie eine Kostüm- und Maskenwerkstatt. Zur Zeit proben und spielen im Haus rund 95 Beteiligte pro Woche.

Es spielen:
Madeleine Beyer, Clemens Böhnstedt, Pauline Großmann, Mafalda Gundermann, Paul Hämmerling, Marie Knoblauch, Magdalena Laubisch, Friederike Probst, Fabian Reichenbach, Liza Shakin, Emma Siegel, Natalie Tepper und Anna Vogel
Projektleitung: Georg Herberger Projektassistenz: Paul Becker

Foto: Constanze Burger

Der Jubilar

Sexueller Missbrauch an Kindern ist ein Thema, von dem man hin und wieder in den Medien hört oder davon liest. Sich wirklich damit zu beschäftigen ist oft schwer – bleibt doch ein massives Unbehagen und das Gefühl der Unfassbarkeit zurück.
Ist es überhaupt möglich, dieses Thema auf die Bühne zu bringen? Den Kindern (Teil1), Jugendlichen und älteren Mitspielern des Theaterprojektes „Der Jubilar“ war dies ein Anliegen.

»[Die] über 40 Mitwirkenden schaffen es, Beklemmung aufzubauen und sie mit komischen Intermezzi zu brechen. Künstlerisch anspruchsvoll wird das durch Überblendungen, Musik und unheimlichen Traumbildern. Wenn der Hausherr sich selbst als Opfer darstellt, entspricht das der Psychologie solcher Täter. […]Und so sehr sich eins der Mädchen auch bemüht, die beschmutzte Tischdecke der langen Tafel bekommt es nicht mehr weiß. Am Ende siegt der Mut, die Seele geöffnet zu haben – und der Geist Irenes, der den Sexualtäter verstummen lässt.«
Mark Daniel in der LVZ vom 13.06.2016

Anne Rab (Teil 1)/Kathrin Großmann (Teil 2)
Kostüm- und Maskenwerkstatt: Oliver Viehweg

Es spielen im Teil 2
Jasmin Cramer, Anja Engelhardt, Luzie Hahn, Gabriela Hamm, Nadine Jantke, Anne-Marie Kaps,
Joachim Kern, Falko Köpp, Dominique Kunze, Magdalena Laubisch, Shanelle Mutzbauer, Sophie Schmitdke, Leonie Scholz, Fredda-Line Schott, Natalie Tepper, Matthias Wendt, Anna Zemmrich,
Kostüm- und Maskenwerkstatt:
Lea Haag, Lara Hauk, Laura Körner, Sarah Ott, Zäzilie Schilling, Jolanda Schultrich,
Stephania Tag und Hannah Waniek

Foto: Constanze Burger

Stellen Sie sich vor, Sie haben Hühner, wollen aber Rosen

Wir spielen mit Geld! Geld ist eine geisterhafte Materie. Geld ist böse. Geld ist nicht böse. Gib deinem Gegenüber einen Keks und erhalte dafür eine Teetasse. Denk dir das Geldstück dazu. Lass uns tauschen. Lass uns ein bisschen schwimmen. Im Geld.
In seiner Performance entwickelt das Kollektiv Pik 7 Situationen, in denen Geld fließt, Geldströme stocken, und Geld gänzlich abwesend ist. Geld wird angehäuft und verschenkt, Geld wird auf seine ästhetischen Qualitäten hin untersucht. Vielleicht wird am Ende des Abends jener Zustand erreicht sein, in dem sich die Welt befindet, wenn alles Geld nur noch als Erinnerung anwesend ist, die sich teuer verkaufen lässt.

Drei Künstlerinnen aus den Gattungen Bildende Kunst, Dichtung/Literatur sowie Tanz, die innerhalb dieser Gattungen alle (auch) im performativen Bereich arbeiten und seit Januar 2015 das Kollektiv Pik Sieben bilden. In der aktuellen Performance zeigen sie Sichtweisen, Szenen und Bilder zu den ineinander greifenden Themenkomplexen “Schulden” und „Geld“. Die unterschiedlichen Herangehensweisen kombinieren sie miteinander - es gibt szenische Anteile sowohl verbalen sowie nonverbalen Charakters, es gibt textliche Anteile und es gibt Anteile von Choreografie und Bewegung.

Angelika Waniek - Performance, Text
Ulrike Feibig - Performance,Text
Martina Hefter - Performance, Text
Jan Kuhlbrodt - Text, Fachberatung

Foto: Jan Löser 

~ The Waves

Audiotheater nach dem Roman von Virginia Woolf

"I am not one and simple but complex and many." Bleibt jede Verlinkung für immer an uns haften? Die Figuren aus Virginia Woolfs Roman betreten Gedankenwelten und geben Einblick in ihre Kommentare und Beobachtungen. Die Freunde Bernard, Neville und Louis, Susan, Jinny und Rhoda kreisen immer wieder um ihre alten Bilder und Erfahrungen, die ständig in der Gegenwart mitklingen; ein #ausländischer Akzent, #vergoldete Stühle, ein #Notizbuch, #zusammengeknüllte Taschentücher, die #Gesichter der Anderen und der #Wunsch lieber geliebt zu werden, „als der Perfektion durch den Sand zu folgen“. Das Audiotheater lässt die Stimmen der stummen Figuren auftreten, die sich nur über ihren Körper und Bewegungsmotive ausdrücken und in Zeitlupe mit dem live entstehenden Holzgerüst verflochten werden. Das Prinzip „Verlinkung“ verselbständigt sich im Bühnengeschehen. Ein Spiel mit dem Romantext, in dem englische Originalpassagen und lyrische Bearbeitungen auf Songs aus Textcollagen treffen. „The door goes on opening“.

Gwen Kyrg (Regie, Hörspielproduktion & Musik)
Maxie Pfannkuchen (Regieassistenz)
Sven Glatzmaier (Bühnenbild)
Valérie Plagemann (Dramaturgie)
Tina Müller (Produktionsassistenz)
Kristina Haberland (Hospitanz)

Schauspieler / Sprecher:
Olav Amende (Louis)
Annika Gerber (Rhoda)
Marvin Neidhardt (Neville)
Carina Sperk (Jinny)
Eva Jaekel (Susan)
Markus Braun (Bernard)

Produktion: Cammerspiele Leipzig

Foto: Constanze Burger

Rabe. Chronik eines Halunken

Mächtige Schwingen durchwehen die Zeit. Gefiederte Wesen, groß und kraftvoll, verschlagen und tollpatschig. Der Rabe, ein unheilvolles Zeichen und ein treuer Gefährte. Geprägt von Gegensätzen ist er ein Vogel des Schattens, der Dämmerung und der Träume. Er ist ein mythisches Tier zwischen Fremdheit und Faszination, Heiligkeit und Opfer, ein Sündenbock und Galgenvogel.

Doch Vorsicht, die Halunkenvögel sind unterwegs und mit der Rabenmafia ist nicht zu spaßen. Es wird frisiert, sich das Gefieder geputzt und ausgetrickst. Über allem zieht ein Vogel seine Kreise, ungreifbar, unfassbar – nur einen Kinderreim entfernt. Frei nach dem Sprichwort „Hör den Raben zu und du hörst die ganze Welt“ ist das Stück ein Strudel von Chaos und Ordnung, von Gedanke und Erinnerung, von schwarz und weiß, von Hier und Dort, von alten Schöpfungsmythen, Hitchcock, Poe und David Lynch.

„Rabe. Chronik eines Halunken.“ ist eine zeitgenössische Figurentheaterinszenierung ohne gesprochenes Wort. Durch die Zusammenarbeit von Figur, Musik und Körper entsteht ein Raum für die forschende Auseinandersetzung mit dem ultimativen Gegensatz: Tod und Leben. Ein dialektisches Duo, welches zugleich unvereinbar und untrennbar ist. Eine Diskrepanz, die es stets neu zu verhandeln gilt, auf emotionaler, rationaler und spiritueller Ebene.

Spiel & Ausstattung: Pauline Drünert, Etta Streicher
Regie: Jonas Klinkenberg, Janne Weirup
Musik: Stefan Weihrauch

Foto: Westflügel

SUPRAMATER Gameshow

SUPRAMATER Gameshow - Ein Performanceprojekt zum Thema Mutterschaft

Wir alle sind Kinder unserer Mütter. Wir wuchsen in ihren Bäuchen, kamen aus ihren Vaginas, tranken von ihren Brüsten, saßen auf ihren Schößen, zerrten an ihren Nerven… Wir alle kennen sie, die heilige, die unsichtbare, die unbezahlbare SUPRAMATER!

SUPRA lat. über, MATER lat. Mutter – die Übermutter, ein Archetyp der Selbstaufopferung und der bedingungslosen Fürsorge. Sie vollführt die absolute altruistische Handlung: Mutterliebe

Zwei Mütter gewähren in dieser Gameshow Einblick. Körperbilder, Identitäten und biografisches Material verweben sich und begeben sich auf Konfrontationskurs mit einer Nicht-Mutter und ihrem wissenschaftlichen Vortrag. Schnittmengen und Reibungsflächen entstehen. Als symbolisierte Ur-Mütter nehmen wilde pferdedas Publikum unter ihre Fittiche. Dabei entsteht eine intime Situation, die nicht mehr zwischen Bühne und Zuschauerraum, trennt. Die Mütter nutzen ihre übernatürlichen Kräfte um sich in einer Gameshow herauszufordern, diese wird unterstützt und angefeuert von Antworten einer für das Projekt angelegten Umfrage, einem wissenschaftlichen Vortrag und natürlich dem Publikum.

Das Projekt SUPRAMATER ist Recherche-Projekt und Performance. wilde pferde sehen in künstlerischen Praktiken das Potential, eindeutige Wertungen zu umgehen, Ambivalenzen und Widersprüche bestehen zu lassen und naturalisierte Annahmen über Mutterschaft und Familie zu dekonstruieren. Das Projekt erforscht die vielfältigen, eigensinnigen Arrangements und (Gleichberechtigungs-) Praxen von Frauen und Männern, die mit Entweder-Oder (Vollzeitmutter-Karrierefrau) Leitbildern der Gesellschaft brechen.

Mit Juliane Meckert, Miriam Welk, Feray Halil, Nadja Hoppe, Stephanie Krah, Thimo Teiche und David Berger.

Foto: Thomas Puschmann

Das Peter Pan Syndrom

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer Theatershow auf Grundlage von J.M. Barries Roman Peter Pan sowie Dan Kileys Sachbuch Peter Pan Syndrom. Die Show verbindet Elemente von live-Musik, Figurentheater und Stimm- performance und wird in drei Probephasen entwickelt. Die erstmalige Aufführung findet im Februar im kooperierenden Westflügel Leipzig statt. Weitere Aufführungen folgen im Spiegeltent Brighton, England und L'Ecurie in Genf, Schweiz. Wesentliche Fragestellungen der Show sind: Was bedeutet Erwachsen sein heute? Inwiefern blockieren Klischees unser Leben? Wie funktioniert das Abenteuer Unterhaltung?

 

Henry Sargeant – Spiel, Musik, Ausstattung
Stefan Wenzel – Regie, Musik, Ausstattung

Foto: Dana Sinaida Ersing

Im Arrest

Die Zeiten haben sich geändert. Der Staat ist sehr streng mit uns geworden.

Vier erwachsene Menschen befinden sich im Arrest.
Er ist böse auf uns, sagen die Vier. Hätten wir nur nicht...
Aber der Staat ist ein Vater, der seinen Kindern noch eine Chance gibt.
Im Arrest dürfen sie ihre Liebe zu ihm unter Beweis stellen.

„,Im Arrest' ist eine absurde Sicht auf eine durchaus denkbare Zukunft“, schrieb sein Verfasser. Die Ereignisse holen das Drama nun ein. Beeilen wir uns!

Text und Regie: Olav Amende
Es spielen: Annika Gerber, Elena Lorenzon, Paul Hämmerling und Georg Herberger
Dramaturgie: Samuel Anthon
Regieassistenz: Christine Krahl
Produktionsassistenz: Manuel Wagner

Foto: Constanze Burger

Play Moby Dick

Herman Melvilles "Moby Dick" ist nicht nur ein großartiges literarisches Werk, sondern auch eine zutiefst menschliche Beschreibung des irdischen Daseins geschenkt. Diese stete Suche nach dem Kern der Dinge und die liebevolle wie genaue Betrachtung des Menschen ist auch unser Antrieb für eine ungewöhnliche und fantasievolle Entdeckungsreise! Die Schönheit und Intensität der Erzählung, die Sehnsucht nach dem Meer, die eindringliche Schilderung von Einsamkeit, Gruppengefühl und dem Fanatismus eines Kapitäns - Herman Melvilles großer Roman ist ein poetischer Stoff, der nach einer dramatischen Umsetzung förmlich schreit: In der Werkstattbühne des LOFFT, perfekt für den eingegrenzten Raum des Schiffes, zeigen wir "Moby Dick" als soziales Experiment. Hier wird der Zuschauer Teil der Mannschaft, während die drei Schauspieler zu Kapitän Ahab, dem Matrosen Ismael und dem Wal Moby Dick werden. Jeder von ihnen will die Geschichte aus seiner Perspektive erzählen und das Publikum auf seine Seite ziehen.

Im Laufe des Abends entstehen so familiäre Strukturen, Koalitionen und Antagonismen zwischen den drei Spielern, und der Zuschauer erlebt durch diese Darstellung von sozialem Miteinander politische Vorgänge im Mikrokosmos. Denn nicht nur im Theater, sondern auch in allen Bereichen des Lebens, beruflich wie privat, begegnen wir diesen essentiellen Fragen immer wieder: Wie werden soziale Rollen gebildet, zugeteilt oder angenommen? Wie formiert sich eine Gruppe? Ist Demokratie möglich, oder gibt es immer jemanden, der das Ruder übernimmt? Wie und wann entsteht Meuterei? Wie weit kann man sich von der sozialen Rolle entfernen, und was sind die Konsequenzen für die gesamte Gruppe?
Aber trotz aller Versuche der Protagonisten, die Rollen und die Geschichte zu unterwandern, verändern, aufzuhalten oder auszubrechen, steuern sie unaufhaltsam auf das tödliche Ende zu. Dennoch gilt: Ist die Geschichte zuende erzählt, müssen sie wieder von vorn anfangen. Play it again, Moby!

Carla Niewöhner (Konzept/Regie)
Sarah Peglow / Maria Wendland (Dramaturgie)
Jaya Demmer (Produktionsassistenz)
Margarita Wiesner (Schauspielerin)
Max Fischer (Schauspieler)
Manuel Wagner (Schauspieler)
Sarai Feuerherdt (Ausstattung)

Foto: Thomas Puschmann

The Vault - Wasteland Germany

The Vault – Wasteland L.E. ist eine interaktive Performance von DAS ÜZ und pipidasdas und als solche die formale Fortführung von unserer Performance Dark Star – fight the bomb, fight the crisis von 2014, die sich auf spielerische Art mit dem Thema Krise und Zeit auseinandergesetzt hat. Dieses wesentliche Element Duration , also Zeit und Dauer, und die Interaktion mit dem Publikum spielt auch in The Vault – Wasteland L.E. eine wichtige Rolle.

The Vault – Wasteland L.E. erzählt von einem fiktiven, zerstörten urbanen Raum und den Überlebenden darin. Die Welt liegt in Trümmern. Krankheit und Chaos haben sie verwüstet. Ein Teil der Bevölkerung hat sich vor langer Zeit in unterirdische Schutzbunker, die sogenannten VAULTS, zurückgezogen. Die Menschen an der Oberfläche blieben sich selbst überlassen.Zwei Perfomer gehen hinaus aus dem Bunker und werden von Livecams begleitet. Alle ihre Aktionen werden über einen Stream in den Zuschauerraum übertragen. Über eine Audioverbindung können die Zuschauer mit den Performern kommunizieren. Wesentliche Elemente der Inszenierung sind also die Verbindung und Interaktion zwischen Performern und Publikum.

Ricardo Endt (Konzeption / Performance)
Christian Hanisch (Konzeption / Regie)
Carmen Orschinski (Performance)
Franz Hauptvogel (Technik und Sound)
Timm Burkhardt (Videodesign)
Suann Schreiber (Produktionsleitung)

Foto: Mirjam Schneider

Angst, geh spielen

Inspiriert von dem Psychologieklassiker "Grundformen der Angst" von Fritz Riemann widmen wir uns dem komplexen Thema Angst: persönlich, politisch, dramatisch. Vier Schauspieler und ein Lautsprecherorchester stellen sich den vier Grundängsten und ihrer Widerspiegelung in verschiedenen Persönlichkeitstypen. Wir spinnen in einer Mischung aus Schauspiel, Performance und Elektroakustik reale Fallbeispiele weiter, spüren verlorenen Träumen und unbewältigten Traumata nach, wühlen im Bodensatz unserer kollektiven Vergangenheit, entwerfen Szenen einer Bedürftigkeit, an der sich unsere "Müdigkeitsgesellschaft" heute abarbeitet.In einer Zeit des "eingestürzten Weltvertrauens" suchen wir nach der ungleichen Schwester der Angst-der Lebenslust.

 

Friederike Köpf (Regie, Konzeption, Produktion)
Verena Noll (Schauspiel, Konzeption, Produktion)
Robert Rehnig (Elektroakustik, Technik)
Johannes Gabriel (Schauspiel)
Laila Nielsen (Schauspiel)
Christopher Schleiff (Schauspiel, Zauberei)
Elisabeth Richter (Kostüm, Bühne)
Fiona Kastrop (Regieassistenz)
Anita Kriebel (Graphik)

Foto: Fiona Kastrop

Der Frieden oder Fantastische Käfer und wo sie zu finden sind

Auf der Welt herrscht Krieg. Nun ja, in Europa. Na gut, in Griechenland. Selbst die Götter haben den Olymp wegen des Kriegslärms verlassen und der personifizierte Krieg hat den Frieden in ein tiefes Loch gesperrt.

Trygaios, ein Weinbauer aus Athen, unzufrieden mit dem herrschenden Krieg, lässt nichts unversucht, um in den Olymp zu kommen und dem Ganzen ein Ende zu setzen. Nachdem er weder mit Bohnenranken, noch über einen hohen Turm in den Olymp gelangt, mästet er einen riesigen Mistkäfer, seinen ganz persönlichen Pegasus. Auf diesem will er auf den Olymp gelangen, Zeus zur Rede stellen und den Frieden in seinem Land wieder herstellen. Ganz uneigennützig versteht sich.

Wäre da nur nicht die Sache mit Hermes und dem Zentauren und dem ständig nach dem nächsten Donnerbalken suchende Mistkäfer. Es könnte alles so einfach sein, aber vielleicht ist es sogar noch viel einfacher, wenn man nur den Krieg überlisten, Hermes bestechen und den Frieden beschnüffeln könnte. Aber vielleicht ist Krieg doch besser als Frieden… Und wer erzählt Sybille endlich die Geschichte vom glatten Igel? Also auf zum Olymp ihr Abenteurer, Toren und funkeläugigen Affen, ihr die ihr nach überreifem Frieden lechzt!

Das Stück erzählt eine Abenteuergeschichte, die wortwörtlich von der Suche nach Frieden in Zeiten des Krieges handelt. Trygaios will sich dem Schicksal nicht ergeben, die Kriegszustände und seine Unzufriedenheit mit den Umständen nicht hinnehmen und sucht deshalb die Verantwortlichen im Olymp. Der Mistkäfer, Gregor, ehemals Handlungsreisender und Tuchhändler, der ihn in den Himmel bringt, bleibt dabei kein reines „Transportmittel“, sondern unterstützt Trygaios bei seinem Vorhaben und steht ihm zur Seite, gegen Krieg, Götterboten, Panik, Propheten und Kriegsfabrikanten.

Das Stück ist nicht text- und originalgetreu inszeniert, sondern wurde für die Anforderungen an ein kleines Ensemble bearbeitet und sprachlich wie inhaltlich 2400 Jahre in einen Raum abseits unserer Realität versetzt. Die Handlung ist verdichtet und abgeändert um der Absurdität der Geschichte und dem Spiel der Akteure Platz zu geben. Begleitet wird das Ganze von Piano, Melodica und Violine, sowie von weiteren musikalischen Elementen, Versatzstücken und Liedern die die Schauspieler*innen auf Instrumenten und gesanglich begleiten.

Es spielen: Anuschka Jokisch, David Wolfrum, Eric Schellenberger, Karsten Zahn
Musik: Johannes Golchert (Piano) und Bettina Debora Otto (Violine)
Regie: Dorothea U. Wagner
Dramaturgie: Martin Philipp Graf
Regieassistenz: Kristina Haberland
Bühne: Lisa-Maria Totzke
Kostüme: Marek Bernacki, sowie Emma Ludwig, Sophie Korthase und Dorothea Wagner
Illustrationen: Emma Ludwig

Foto: Alexander Kellner

Seele

Das Theaterstücke behandelt die verwirrenden Gefühle und Gedanken des Menschen, die auf Grund eines Verlustes entstehen. Diese Gefühle und Gedanken haben zur Folge, dass der Mensch zerrissen ist bezüglich seiner eigenen Entscheidungen und seiner Lebensumstände. Außerdem entsteht mit dieser Zerrissenheit eine tiefe Einsamkeit, von der es schwierig ist, sich zu befreien. Fünf Geschichten von verschiedenen Autoren, wie Samuel Beckett oder Hristo Smirnenski wurden ausgewählt, um sich mit dem Thema der eigenen Seele zu beschäftigen. Gleichzeitig umfassen die Geschichten einen Lebenszyklus von der Kindheit bis zum Tod.

Die erste Geschichte erzählt von einem Jungen, der sich auf Grund einer schulischen und gesellschaftlichen Belastung eine fabelhafte Welt erzeugt. Ein imaginierter Greis, der dem Kind eine Zuflucht darstellt, schenkt dem Jungen einen Käfig und später ein Aquarium. Das Kind freut sich darüber, die schönsten Vögel und Fische darin zu betrachten, die jedoch ebenfalls nur eine Imagination sind. Die Mutter ist verzweifelt auf Grund des seltenen Verhaltens des Kindes. Die Geschenke vom Greis motivieren das Kind wieder Leistungen für die Schule zu erbringen. Als das Kind älter wird, verliert es diese Fähigkeit zur Imagination. Eine Welt bricht zusammen.

Die zweite Szenerie stellt eine Parabel dar, die vom Verlust der Persönlichkeit aufgrund blinder Wut berichtet. Ein junger Mann will eine Treppe zu den Prinzen erklimmen, um dort die Armut seines plebejischen Volkes zu rächen. Ein Magier sitzt am Eingang der Treppe und verlangt von ihm für den Aufstieg sein Gehör, seine Augen, sein Herz und abschließend sein Gedächtnis. Schlussendlich wird der Plebejer selbst zum Prinzen.

Der dritte Teil spricht von einer Begegnung eines sterbenden Menschen mit einer Meerjungfrau, die eine menschliche Seele besitzen möchte.Als sie keine Seele vom Menschen bekommt, beauftragt sie Leviathan mit seiner Beseitigung.
Die letzten zwei Szenen handeln von zwei einsamen Menschen, die vor der Entscheidung stehen, sich mit der eigenen Vergangenheit zu versöhnen oder sich ihrer zu verweigern. Eine Frau hört ständig ihre innere Stimme und hat das Leben aufgegeben. In der anderen Geschichte sucht ein Mann nach Linderung mit seinem Geist, der immer wieder die schmerzhafte Vergangenheit vorliest, bis der Mann diese ertragen kann.

Katharina Klinger-Krenn – Musik
Manuel Löbel – Schauspiel
Viliya Monovska – Produktion/Regie/Schauspiel/Dramaturgie
Sarka Prusak – Schauspiel
Florian Fochmann – Produktion/Regie/Schauspiel
Paul Hämmerling – Schauspiel
Andreas Kliner-Krenn – Musik
Gustav Löbel – Schauspiel
Ditmar Voigt - Schauspiel

Foto: Tommy Eißrich

D A M R - dreams are my reality

Im Schlaf widerfahren uns Dinge, die unseren gewohnten Erfahrungshorizont überschreiten und sich dabei jeglicher Kontrolle entziehen. Wie verhält sich das Selbst im Traum, wenn es ständig ausgedehnt, projiziert, verschoben, zerteilt wird?
Wie bedingen sich das wache und das träumende Ich und hat in diesem Zusammenhang der Begriff einer geschlossenen, sich vom Anderen abgrenzenden Identität überhaupt noch Bestand?

D A M R – dreams are my reality taucht ein in die flüchtige Welt der Träume und experimentiert mit deren großem Potential an ästhetisch-performativen Qualitäten. Collagenartig mischen sich Sprache, Bewegung, Klänge, Projektionen, Licht und Schatten zu surrealen Traumbildern und versuchen diese sinnlich greifbar zu machen. Fernab von Psychologie und Interpretation werden Performer und Zuschauer Teil einer abgründigen Traum-Reanimierung. Neben eigenen Träumen bzw. Traummotiven, die wir selbst oder Menschen in unserem Umfeld erlebt haben, werden darüber hinaus Versatzstücke aus Film, Literatur, Kunst und Wissenschaft in die Performance mit eingewoben. Durch die Trennung von tatsächlicher Performance und eingespieltem Material einerseits, und ihrem Zusammenwirken andererseits, werden ständig neu generierte Realitätsräume/-ebenen geschaffen.

Was schlummert da unter der Oberfläche unseres Bewusstseins und belauert uns?

PFAFT (Kollektiv) wurde Ende 2013 im Rahmen des Theaterwissenschaftstudiums an der Universität Leipzig von Maxie Pfannkuchen und Sarah Heinzel gegründet. Seitdem in unterschiedlichen Konstellationen im Bereich Schauspiel, Regie, Dramaturgie, Sound- und Videokunst, Tanz, Bildende Kunst/Malerei und Installation tätig.

Beteiligte: Maxie Pfannkuchen - Konzept, Regie, Performance
Sarah Heinzel - Konzept, Regie, Performance
Elias Capelle - Performance
Kyle Mc Donald - Bühnenbild, Videoprojektionen
Hannes Birkholz - Sound
Theresa Zwerschke - Schnitt

Foto: Thomas Puschmann

Trip·Ty·Chon

Das Stück ist eine performative Auseinandersetzung mit dem Thema Glauben und dem menschlichen Dasein. In der Peterskirche Leipzig wird ein Darsteller, ein Chor und ein Tanzensemble ein lebendiges Triptychon entstehen lassen.

TRIPTYCHON will dem Menschsein auf den Grund gehen. Es soll erkundet werden, was die Welt zusammenhält, welche ikonographischen, literarischen und philosophischen Auseinandersetzungen der Mensch mit dem Unbeschreibbaren führt und warum er daran immer wieder scheitert.

In TRIPTYCHON treffen Sprache und Schweigen, Licht und Dunkelheit, Tanz, Musik, Humor und Ernsthaftigkeit aufeinander und nehmen die Form eines belebten Triptychons an, welches in der Peterskirche präsentiert wird.

Schauspiel: Armin Zarbock
Regie: Christian Hanisch
Choreographie: Jana Ressel
Technische Leitung: Rene Heinrich
Bühne/Licht/Video: hasierei
Kostüme: Elisa Jentsch
Produktionsleitung: Susann Schreiber

Foto: Maximilian Teucher

Ich werde jetzt tanzen und möchte es möglichst real wirken lassen

Vor dir ein Mann, er ist nicht alt. Weniger noch ist er jung.
Sicherlich ist er müde.
Er vertritt sein raues, scharfkantiges Weltbild, während er, seine Sicht auf das Leben skizzierend, in seinem Stuhl fast zerplatzt.
Nach seinem Dafürhalten kreist der Mensch zwischen Abgrund und Aussichtsturm verloren vor sich hin – doch was geschieht, wenn ihm jemand entgegentritt?

Eine körperliche wie gedankliche Sinnsuche in vier Akten und drei Zwischenspielen.

 

Autor: Alejandro Vallejo
Schaupieler: Mario Rothe-Frese, Lea Farinah sowie Marie Hoppenheit, Nele Peter, Charlot Richter, Clara Hippchen in wechselnder Besetzung
Musik: Ingeborg Freytag
Regie: Frank Schletter/Alejandro Vallejo
Technik: Eddy Fuge

Foto: Frank Schletter

Der Großinquisitor

Ein aus dem grandiosen, wuchtigen dostojewskijschen Text heraus entwickeltes Theater, das mit verschiedenen Ebenen spielt: einerseits wird die phantastisch-historische Handlung der Begegnung des Großinquisitors mit dem auf die Erde (zurück-) gekehrten Jesus gespielt, andererseits werden auf einer performativen Ebene zeitgenössische Aspekte zu den großen Themen Freiheit, Politik und Transzendenz beleuchtet.

Wir durchdringen den dostojewskijschen Text auf allen Ebenen gedanklich, emotional und philosophisch, auch die im Text enthaltenen Unterbrechungen durch den Erzähler Iwan Karamasov und den Zuhörer, seinen Bruder Aljoscha. Wir vertrauen in erster Linie der Kraft des Textes und entwickeln davon ausgehend aus Improvisationen des Ensembles weitere, persönliche Ebenen zu den Themen des Stücks.
Ästhetisch bewegen sich die Spielerin und der Spieler während der Aufführung mit komödiantischer Leichtigkeit und Tiefe zwischen Schauspielszene, Monolog und einer Art von Tanz, der emotionale Zustände in einem abstrakten Bewegungstheater nach außen bringt.

Durch eine offene, an Shakespeare geschulte Spielweise stehen die Spielerin und der Spieler in engem Kontakt mit dem Publikum. Sie rechtfertigen sich, stellen Fragen, versuchen, für sich zu „punkten“.

TheaterschaffT wurde 1992 von Leipziger Schauspielstudentinnen und -studenten gegründet und hat bis heute über 20 Projekte produziert. Als offenes Ensemble mit Stefan Ebeling im Zentrum verabreden sich kontinuierlich wiederkehrend Künstlerinnen und Künstler zur Zusammenarbeit. Sie entwickeln ihre Ästhetik, Dramaturgie und Arbeitsweise weiter. Stückentwicklung und Improvisation sind die beiden Stichworte, die die Arbeit von TheaterschaffT beschreiben.

Karoline Günst, Horst Warning - Schauspiel
Stefan Ebeling - Regie
Rebecca Löffler - Kostüm
Sebastian Göschel - Dramaturgie
Josepha Vogel - Produktionsleitung

Foto: Armin Zarbock

Rollator und Julia - Ein später Shakespeare

Sommertheater des Theatervereins INSELbühne in der Moritzbastei Leipzig.
Stückentwicklung mit Schauspielern im Seniorenalter. In einem Altenheim entschließt sich eine Gruppe von Rentnern Shakespeares "Romeo und Julia" zu spielen. Eine Sozialkomödie die sich den Fragen des Alterns, der Würde des Lebens und der Kraft des Theaters widmet.

 

 


Spieler: Barbara Trommer, Friedhelm Eberle, Matthias Hummitzsch, Armin Zarbock, Simone Cohn-Vossen, Elena Weiß, Michael Hinze
Musikalische Leitung: Michael Hinze
Bühne: SK Sachensucher
Kostüme: Norbert Ballhaus
Dramaturgie: Karsten Kriesel
Regie: Volker Insel

Foto: Jens Hoppe